Tagesausflug nach Bonn

Mitglieder der Seniorenunion Haan besuchen Bonn

Wenn Zeitpunkt und Zielort gut zusammen passen, dann kann eigentlich nur ein geglücktes Reiseerlebnis daraus entstehen. Das traf zu für die 36 Mitglieder der Seniorenunion der CDU Haan, die sich am 21. April, einem sonnigen Frühlingstag, zu einem Tagesausflug per Bus in die liebenswerte Rheinstadt Bonn auf den Weg gemacht hatten. "Bundesstadt" darf sie sich nun nur noch nennen, nachdem die politische Entwicklung - wohlgemerkt keine negativ zu bewertende - dazu führte, dass die Silbe "haupt" aus ihrer Mitte gebrochen wurde. Die ursprüngliche Befürchtung, sie würde zu einer bedeutungslosen Mittelstadt verkommen, nachdem sie ihren Hauptstadtstatus an Berlin abgeben musste, hat sich nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, ihr Charme ist ungebrochen, die Menschen in ihren Mauern fühlen sich "sauwohl", nicht zuletzt ihre jüngeren, die 30000 Studentinnen und Studenten, die ihre bestbekannte Universität als Studienstandort erwählt haben. An diesem sonnigen und warmen Tag bevölkerte ein großer Teil von ihnen den in der Altstadtmitte gelegenen Campus, den Hofgarten, eine großräumige Liegewiese zu einer Verschnaufpause. Der Bus der Reisegesellschaft traf an dieser Stelle auf die Stadtführerin Frau Just, die nun für die folgenden zwei Stunden eine Rundfahrt leitete und dafür sorgte, dass sich die Stadt offenbarte und von ihrer besten Seite zeigen konnte. Bequem vom fahrenden Bus aus folgten die interessierten Gäste den Erklärungen und Erläuterungen einer erfahrenen Kennerin Bonner Eigenheiten, seien es die der Architektur, der grundsätzlichen Stadtentwicklung, (ihr römischer Ursprung liegt im Dunkeln), die aus der französischen Besatzungszeit, aber auch die unter preußischer Oberhoheit und unter der Herrschaft ihrer adligen Landesherren, die ihre ganz persönlichen Wünsche hinsichtlich Pracht und Repräsentanz deutlich sichtbar zu machen verstanden. Fast vorwurfsvoll musste Frau Just beklagen, dass Bonns berühmtester Sohn Ludwig van Beethoven nur seine Jugend in seiner Heimatstadt verbrachte, dann aber einer "Abwerbung" nach Wien nachgab und nie wieder an den Rhein zurückkehrte. Dem Gesamtbild der Stadt als jahrzehntelanger Bundes-Regierungssitz wurde dann noch ein baulicher Glanzpunkt hinzugefügt. Von 1966 bis 69 entstand der "Lange Eugen", das 115 Meter hohe Hochhaus, Residenz der Abgeordneten des Bundestages. Der damalige Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier als Initiator des Baues musste wegen seiner geringen Köpergröße für den "Kosenamen" herhalten.

 "Em Höttche", einem Bonner Traditionslokal neben dem alten Rathaus, war während der Stadtrundfahrt alles gut für ein deftiges Mittagessen vorbereitet worden. Hier konnten die Gäste erst einmal ausspannen, um danach noch einmal auf eigene Faust gewissermaßen als Ausklang durch die Stadt zu bummeln. Dann aber wurde es Zeit für die Rückfahrt ins heimatliche Haan. (Text und Bild M. Klotz)